Junge Leidenschaft für alte Mofas

Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −Fotos: Vogl
Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −n. Betritt man die Garage der Familie Geiersberger, findet man sich in einem kleinen Museum wieder: Neben Spirituskochern, Röhrenradios oder einer alten Registrierkasse stechen sofort ein alter Fiat-Spider und ein Mercedes W108 ins Auge. Hier ist die Leidenschaft für alles Alte spürbar. Kein Wunder, dass auch Sohn Simon dieses Faible pflegt. Das Herz des 17-Jährigen schlägt für alte Mofas, die er hegt und pflegt.

Nach Mofa-Prüfung fiel der StartschussIm Garten hat er seine betagten Maschinen fein säuberlich in einer Reihe aufgestellt. "Begonnen habe ich das Oldtimer-Sammeln mit einer silbernen DKW504, die ich mir gleich nach der bestandenen Mofa-Prüfung zugelegt habe", wie er stolz erzählt. Sie war eine der ersten Modelle mit Automatikgetriebe und wird heute noch oft von ihm genutzt. Vor allem , weil sie eine Anhängerkupplung besitzt, mit der der angehende Brauer und Mälzer gerne mal seine Bierkästen ausfährt.

Das Herzstück der Sammlung: eine Simson Schwalbe in Original-Zustand aus dem Jahr 1967.

Das Herzstück der Sammlung: eine Simson Schwalbe in Original-Zustand aus dem Jahr 1967.

Doch bei einem Mofa ist es nicht geblieben. Bereits ein Jahr später folgte seine M25 Bergsteiger aus dem Jahr 1972. Diese Zündapp konnte sich der Auszubildende schon von seinem eigenen Geld kaufen, das er sich mit Ferienarbeit ansparte. "Sie ist sehr zuverlässig und ist auch am meisten im Einsatz", erzählt Simon Geiersberger. Allerdings soll sie bald einen neuen Lack erhalten, denn bei der dunkelblauen Farbe handelt es sich nicht um das Original. "Normalerweise hätte sie ein helleres blau, aber sie wurde bevor ich sie gekauft hatte, schon einmal umlackiert." Mit ihr war er schon des öfteren auf Treffen oder fährt bei schönem Wetter gerne mal Touren.

Sein Herzstück folgte allerdings erst im November letzten Jahres: eine Simson Schwalbe KR51 im absoluten Original-Zustand, auf die der Auszubildende sichtlich stolz ist. Die Buchstaben KR stehen für "Kleinroller" und waren die erste Baureihen-Bezeichnung des DDR-Herstellers. Mit seinen 3,4 PS kann das tundragraue Gefährt eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erreichen. Der Drei-Gang-Motor wird mit Fußschaltung betrieben, welche ab 1965 bei dem Modell angeboten wurde.

"Anfangs bin ich eher zufällig auf die Schwalbe gestoßen, da ich erst nach einer weiteren Zündapp gesucht hatte", erzählt er. Da er schon immer ein solches Modell besitzen wollte, erfüllte sich der Hebertsfeldener seinen großen Traum mit seinem ersten Lehrlings-Gehalt. Allerdings gab es hier noch viel zu tun, denn in den Roller musste noch viel Arbeit investiert werden.

So verbrachte das Mofa einige Zeit in "Udos Garage". Hier, bei Udo Rosai, Vorsitzender der Rottaler Oldtimer-Freunde, wurde der Motor wieder komplett auf Vordermann gebracht. Bei Rosai und den Rottaler Oldtimer-Freunden erfährt der Sammler einiges über das Restaurieren von alten Fahrzeugen und ist seit einem Jahr Mitglied der Jugendgruppe, was ihm viel Freude bereitet. "Man lernt sehr viel dazu und ist mit Menschen zusammen, die die selben Interessen teilen", freut sich der 17-Jährige. Auch gründete er mit ein paar Freunden einen Mofa-Stammtisch bei sich zu Hause, um Erfahrungen auszutauschen und mehrtägige Ausflüge zu unternehmen.

Simon Geiersberger hatte sich schon so gefreut, mit seiner nun funktionstüchtigen Schwalbe zur großen Oldtimer-Ausstellung auf der Rennbahn zu fahren, die er schon seit seiner Kindheit regelmäßig besucht hatte. Doch Corona machte bekanntlich einen Strich durch die Rechnung.

Trotzdem ist Simon mit seiner Schwalbe viel unterwegs. Sein Vater Christian Geiersberger legte sich extra für gemeinsame Touren eine Simson Habicht aus dem Jahr 1971 zu, die mittlerweile allerdings eher zur Sammlung des Sohns gehört. "Das Schrauben ist Simons Sache, ich bin eher der Polierer", lacht der Vater.

Die Begeisterung für Oldtimer liegt in der Familie. Bei Simon beschränkt sich die Leidenschaft aber nicht nur auf Fahrzeuge. "Ich interessiere mich überhaupt sehr für Gegenstände und Musik aus der Vergangenheit. So sammle und repariere ich zum Beispiel leidenschaftlich alte Spirituskocher, von denen ich mittlerweile 50 Stück besitze. Sogar welche aus der Wehrmachtszeit sind dabei. Allerdings bremst meine Mama meine Sammler-Leidenschaft immer wieder ein, sonst würde die Garage längst nicht mehr ausreichen." Dennoch wird das kleine Museum wohl auch in Zukunft anwachsen, denn eines weiß der 17-Jährige schon ganz sicher: "Mein nächstes Ziel wäre, nachdem ich den Motorrad-Führerschein bestanden habe, eine DKW125 aus dem Jahr 1939 bis 1965. Und natürlich als erstes Auto einen 123er Mercedes."

Wenn auch Sie einen besonderen Oldtimer haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns mehr über diesen erzählen. Melden Sie sich bitte in der Pfarrkirchner Lokalredaktion, entweder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter 08561/234922. Die Aktion führt die Heimatzeitung gemeinsam mit den Rottaler Oldtimerfreunden durch.

Christiane Vogl

Adresse: Rottaler Oldtimerfreunde e.V. c/o Udo Rosai Gambacher Weg 13 D - 84347 Pfarrkirchen │ Telefon: 08561 3507 │ E-Mail: mail@rottaler-oldtimerfreunde.de │ Vereinsregister Nummer: 10729 - Amtsgericht Landshut

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