Ein Mythos unter den Sportwagen

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Thomas Peters Liebling ist sein Jaguar E-Type Roadster

 Laura Stewart  19.01.2021 | Stand 18.01.2021, 19:10 Uhr

Ein Mythos unter den Sportwagen
Sein ganzer Stolz: Von November bis März steht der Jaguar E-Type Roadster von Thomas Peter für den Winterschlaf in einer Halle. −Fotos: Stewart

    

Triftern. Gut eingewintert steht der Jaguar E-Type Roadster von Zahnarzt Thomas Peter in einer Halle in der Nähe von Bad Birnbach. Bis März verbringt der rote Sportwagen hier seinen verdienten Winterschlaf. Er ist der Liebling von Eigentümer und Autofreund Peter, der neben dem Jaguar auch noch einige weitere Oldtimer in seinem Besitz hat.

Die Begeisterung für alte Fahrzeuge hat Peter schon von seinem Vater übernommen. "Er war verrückt nach Autos und hatte selbst eine Werkstatt und ein kleines Geschäft. Er war aber immer dem Stern, also der Marke Mercedes treu. So bin ich quasi in der Werkstatt aufgewachsen." Mit 20 Jahren hat sich Peter dann den Traum seines ersten Autos erfüllt. "Mein Budget war beschränkt, aber es sollte unbedingt ein Cabrio sein. Ohne mich vorher informiert zu haben, habe ich dann einen Triumph Spitfire gekauft." Danach folgte der erste Range Rover und ein 911er Porsche. "Der Range Rover hat so viel Benzin geschluckt, dass man ihn kaum an der Tankstelle auftanken konnte", meint er lachend. Während seines Studiums verdiente sich der damals angehende Zahnarzt etwas Geld dazu. Er kaufte alte Autos, richtete sie her und verkaufte sie dann wieder. "Nachdem dann aber das Arbeitsleben begann, fehlte mir die Zeit, um an ihnen zu tüfteln. So schlief das alles ein", erzählt der 56-Jährige.

Ein Mythos unter den Sportwagen
Viele Anzeigen und Knöpfe: An Ausstattung fehlt es dem Sportwagen aus dem Jahr 1970 nicht.

Nach dem Tod seines Vaters erbte Peter drei alte Mercedes, die er auch noch heute hat. "Ich hoffe die S-Klasse bald auf die Straße zu bringen." Nachdem er 2013 den Oldtimerfreunden Rottal-Inn beitrat, brach das Autofieber wieder gänzlich aus. So suchte er gezielt nach einem Jaguar E-Type, ein Sportwagen, den wohl fast jeder Autosammler gerne in seinem Besitz hätte, weiß er. "Schon Frank Sinatra sagte, als er den Jaguar E-Type zum ersten Mal sah, dass er dieses Auto will und zwar sofort." 2015 wurde er fündig und kaufte seinen Jaguar E-Type Roadster aus dem Jahr 1970. "Ich habe im Internet gesucht und ihn in München gefunden. Der Besitzer war Zahntechniker und ich Zahnarzt. Da hatten wir zugleich eine Verbindung." Das Auto war überholt und sehr gepflegt. "Der Besitzer hat vieles an ihm gemacht", so Peter: "Vielleicht hat er ihn sogar zu sehr geschont. Wenn man mit so alten Autos zu wenig fährt, entstehen Standschäden. So bin ich zugleich auf der Rückfahrt stehengeblieben. Udo Rosai von den Oldtimerfreunden musste mich abschleppen", erzählt er lachend.

 

Den Fauxpas nahm er aber mit Humor, denn einen Jaguar zu besitzen sei immer so eine Sache, meint der Sammler. Man wisse nämlich nie, ob er heute fährt. "Aber sie sind einfach sehr besonders, haben eine fantastische Kurvenlage und ein tolles Fahrwerk. Außerdem ist der Motor unkaputtbar." Ein großer Nachteil ist, dass die Technik umständlich verbaut ist. "So befinden sich die Bremsscheiben innen an der Achse und um die Batterie auszubauen braucht es zwei Leute. Man kommt nicht ran." Bei größeren Eingriffen müsse man sogar die Motorhaube ganz abnehmen, da einfach zu wenig Platz sei. " Schon früher wurden die Engländer immer belächelt, weil sie keine gute Produktqualität haben." Standardmäßig hat man beim Jaguar auch die originale Technik der Firma Lucas gegen die Firma Bosch getauscht, weiß der Zahnarzt.

Mit seinem Jaguar nimmt Peter auch gerne an Oldtimerralleys teil. "Das sind Gleichmäßigkeitsprüfungen. Der Jaguar ist dafür wahrscheinlich nicht sonderlich geeignet, aber für mich muss er es trotzdem immer wieder sein." Für seine Ralleys fährt der Autosammler auch gerne in seine Heimatstadt Regensburg. "Das schöne ist, es sind Tagesveranstaltungen. Außerdem sind sie immer sehr gut organisiert und Regensburg ist einfach eine wunderschöne Stadt." Ebenso in Pfarrkirchen fährt er gerne mit. "Das ist immer eine riesen Gaudi", so Peter.

Aber auch wenn sein Jaguar kein sonderlich zuverlässiger Gefährte sei, so könne Peter mit neuen Autos einfach nichts anfangen. "Ich habe zwar ein Winterauto, aber da ist es mir sehr egal welches ich fahre, denn die Neuen funktionieren alle gleich." Bei Oldtimern hingegen wisse er genau, was er möchte. "Jeder fährt sich unterschiedlich und man hat immer ein anderes Fahrgefühl. Aber man muss sich darauf einstellen und mit dem Kopf dabei sein. Oldtimer sind wie wilde Pferde, die dich abwerfen, wenn du nicht bei der Sache bist."

Das stellt aber eben den Reiz für Peter da, denn wenn man ein "Fahrzeug will, das funktioniert, kann man auch ein Neues fahren." Und so ist es auch mit seinem E-Type. "In guten wie in schlechten Zeiten, denn wahre Liebe hält es aus, auch wenn nicht alles perfekt ist", meint der Autoliebhaber.

Laura Stewart

Adresse: Rottaler Oldtimerfreunde e.V. c/o Udo Rosai Gambacher Weg 13 D - 84347 Pfarrkirchen │ Telefon: 08561 3507 │ E-Mail: mail@rottaler-oldtimerfreunde.de │ Vereinsregister Nummer: 10729 - Amtsgericht Landshut

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