Alte Liebe rostet nicht

 

Thomas Gotzler und Paul König holen ihre Schätze für die PNP aus der Garage – Am Donnerstag Oldtimertreffen
05.05.2018 | Stand 04.05.2018, 19:20 Uhr
 
Thomas Gotzler Mercedes - Treffen 2018

Elegant, schnittig und für die Fans der Marke Mercedes bis heute das schönste Modell überhaupt: die Pagode. Der SL, Baujahr 1963, ist der Stolz von Besitzer Thomas Gotzler. − Fotos: hl
 
Paul König VW Käfer - Treffen 2018
Weniger Luxus, aber richtig viel Charme: Paul König wird oft auf seinen VW Käfer angesprochen.

Pfarrkirchen. Wenn das 19. Old- und Youngtimertreffen der Rottaler Oldtimerfreunde am kommenden Donnerstag, 10. Mai, auf dem Rennbahngelände stattfindet, dann ist die Stadt wieder im Ausnahmezustand: Die stolzen Besitzer alter Autos pilgern aus ganz Bayern und Österreich nach Pfarrkirchen, um ihre Veteranen einer großen Besucherschar zu präsentieren.
Mit dabei sind ganz sicher die Pfarrkirchner Thomas Gotzler und Paul König, die nicht nur den Rottaler Oldtimerfreunden seit Jahren die Treue halten, sondern deren Herz schon seit langem für alte Autos schlägt. Paul König ist stolzer Besitzer eines VW Käfer 1200. Der 63-Jährige arbeitet bei Wacker Chemie. Da er sich mittlerweile in Altersteilzeit befindet, hat er nun die Zeit und Muße seinem Oldtimer die Pflege zukommen zu lassen, die so ein Auto braucht.

Sondermodell: 50 Jahre VW Käfer Genau 33 Jahre alt ist das Schmuckstück, richtig edel sieht der silbergraue Käfer aus, wenn er in der Abendsonne glänzt. Die außergewöhnliche Farbe ist keine Neulackierung, sondern zeichnet das Auto als Sondermodell aus: "Als der Käfer sein 50-jähriges Jubiläum feierte, hat VW eine limitierte Sonderauflage herstellen lassen", berichtet Paul König und zeigt auf ein entsprechendes Signet, das jeweils an den Seiten des Volkswagens angebracht ist. Auch innen kann sich der Käfer sehen lassen: schicke Stoffbezüge im noblen Design.
 
Paul König Sondermodell: 50 Jahre VW Käfer - Treffen 2018
 
Die kleinen Orient-Teppiche sind Pflicht für das edle Interieur des luxuriösen Mercedes.

Eigentlich hatte er nach einem Simca 1000 Ausschau gehalten, gesteht Paul König. Denn: "Mein erstes Auto war ein Simca 1000, das war damals einer der wenigen Viertürer mit Heckmotor. Er war sportlich und etwas außergewöhnlich", schwärmt König. Aber die Suche war ernüchternd: "Gut erhaltene Modelle gibt es eigentlich nur noch in Südfrankreich und preislich bewegt man sich hier in einem recht ansehnlichen fünfstelligen Bereich."

Dann fand er im Februar diesen Jahres im Internet den Käfer und sofort wurden wieder Erinnerungen wach: "Ein Käfer war mein zweites Auto und ich habe ihn sehr gern gefahren", erinnert sich der 63-Jährige. Dass der Wagen lange Zeit nicht bewegt worden war, schreckte ihn nicht ab: "Karosserie, Rahmen und Fahrgestell waren in Ordnung. Alles andere haben wir mit viel Sorgfalt und den passenden Teilen wieder hinbekommen", berichtet er. Mit "wir" meint er die Oldtimerfreunde Pfarrkirchen, denn: "Da gibt es immer jemanden, der helfen kann". Und er selbst kennt sich auch gut aus: "Ich bin neben einer Landmaschinenwerkstatt aufgewachsen."

Der Käfer steht heute bei schlechtem Wetter in der Garage, der neue Seat muss dann draußen bleiben. Mit dem historischen Volkswagen ist Paul König meist nur auf Treffen oder bei schönem Wetter zu Ausflügen unterwegs, denn: "Der Wagen gehört schon zur Familie, der kann mit mir zusammen alt werden."

Mercedes SL vom Vater geerbtZusammen alt werden – das haben Thomas Gotzler und seine "Pagode" schon hinter sich. 1963 kam das damalige Top-Modell von Mercedes auf den Markt und wurde bald ein Publikumsliebling. Die schnittige Form war so ganz anders als die üppige Schwülstigkeit vieler Autos dieser Zeit. Stars und Sternchen fuhren im SL, der dank seiner sportlichen Bauart wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße liegt. Auch der Vater von Thomas Gotzler erstand so einen Wagen, und der ist seither im Besitz der Familie.

"Als junger Bursch durfte ich den Wagen nicht benutzen, er war der Augapfel meines Vaters und ich sehe es heute als meine Aufgabe, den Mercedes genauso gut zu pflegen, wie er es getan hat", so Gotzler. Der 62-Jährige betreibt ein Fuhrunternehmen, die Fahrten im "Pagode" sind für ihn der schönste Ausgleich zum Alltag: "Man muss nur einsteigen, und der Stress verschwindet", lacht er und dreht den Schlüssel um. Der Sechszylinder blubbert vor sich hin. Entgegen seines rasanten Aussehens ist der Wagen auch als gemütlicher Cruiser geeignet, und so nutzt ihn auch Thomas Gotzler: "Ein Fahrzeug in diesem Alter ist wie ein Mensch: wer über 50 Jahre alt ist, der soll auch nicht mehr hetzen".
Dass Thomas Gotzler stolz ist auf das Erbstück, sieht man dem Auto an: bis ins Detail ist der Benz makellos gepflegt. Die "Pagode" hat ihren Namen von der besonderen, leicht nach innen gewölbten Form des Hardtops, das aus dem Cabriolet ein Coupe macht. Das Getriebe hat noch vier Gänge. Diese sind allerdings so übersetzt, dass auch längere Touren Freude machen. Große Scheiben machen die heute üblichen Helferlein wie Rückfahrkameras überflüssig. Und dass man die Fenster noch per Hand kurbelt, stört überhaupt nicht. Gotzler fährt mit dem Mercedes nicht mehr zu viele Kilometer: knapp 60000 sind auf dem Tacho. Den Oldtimer in Schuss zu halten, ist gar nicht so schwer: "Es gibt alle Ersatzteile recht problemlos, nur werden sie mit der Zeit leider immer teurer", so Gotzler

Die Leidenschaft für Oldtimer teilen übrigens viele: Im Landkreis sind 933 Fahrzeuge mit dem "H-Kennzeichen" unterwegs, wobei das "H" für "historisch" steht. Damit man das Zeichen erhält, muss das Auto mindestens 30 Jahre alt sein.– hl
Adresse: Rottaler Oldtimerfreunde e.V. c/o Udo Rosai Gambacher Weg 13 D - 84347 Pfarrkirchen │ Telefon: 08561 3507 │ E-Mail: mail@rottaler-oldtimerfreunde.de │ Vereinsregister Nummer: 10729 - Amtsgericht Landshut

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