Genussfahrten im Hausfrauen-Porsche

PNP stellt die schönsten Oldtimer der Region vor – Ein Karmann-Ghia Cabrio von 1966

Franz Gilg 03.11.2020 | Stand 02.11.2020, 19:28 Uhr

 

Genussfahrten im Hausfrauen-Porsche, PNP stellt die schönsten Oldtimer der Region vor – Ein Karmann-Ghia Cabrio von 1966
Reinhold Kaufmann am Steuer seines Karmann-Ghia Cabrio, den er im Jahr 2002 erworben und dann aufwendig restauriert hat. Der Wagen besitzt jetzt wieder seine Originalfarbe. −Foto: Gilg

Zimmern. Bei den Kaufmanns in Bernatzöd stehen gleich mehrere Oldtimer in der Garage oder unter einem schützenden Dach. Paradestück und Senior unter ihnen ist ein Karmann-Ghia Cabrio, Baujahr 1966. Flott sieht er aus, sportlich. Doch der Schein trügt, denn im Prinzip handelt es sich um ein Auto für Genussfahrer.

Reinhold Kaufmann, 56 Jahre, gelernter Kfz-Mechaniker und Lackierermeister, ist Mitglied bei den Rottaler Oldtimerfreunden und Inhaber einer Kfz-Werkstätte. Sein Vater hatte sich dieses Modell in der Coupé-Variante als erstes Auto gekauft. 1964 war das. "Mein Geburtsjahr. Das Auto kannte ich also von klein auf." Und so etwas vergisst man nicht.

Etwa um die Jahrtausendwende herum reifte in Reinhold Kaufmann die Idee, sich selbst mal so ein Modell als Oldtimer zuzulegen. Durch ein Inserat im Internet wurde er schließlich fündig. In Wiesbaden bot jemand einen Karmann-Ghia an. "Wir fuhren hin, sahen ihn uns an und haben ihn gleich mitgenommen, weil alles gepasst hat." Allerdings war das Cabrio in einem altersgemäßen Zustand – zwar noch fahrbereit, aber immer nur notdürftig soweit zusammengeflickt worden, dass es durch den TÜV kam.

Halbherzig restaurierterRe-Import aus den USAEs handelte sich um ein US-Modell, das in den 1990er Jahren reimportiert wurde und vielen halbherzigen Restaurationsversuchen ausgesetzt war.
Kaufmann hatte den Ehrgeiz, das Auto wieder in einen top Zustand zu bringen. Wie gerade vom Band gelaufen sollte es aussehen – und natürlich in allen Teilen original. Da war es von Vorteil, dass er die Karosseriearbeit von Grund auf richtig gelernt hatte. "Dadurch konnte ich mir hier gut helfen. Es war viel mühevolle Kleinarbeit, denn der Wagen wurde komplett neu aufgebaut."

Im Herbst 2002 begann die Restauration und im Frühjahr 2004 war sie abgeschlossen. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Lackierung in Türkis keinesfalls original war. Man hatte den Karmann-Ghia im Laufe der Jahre mehrfach umgespritzt. Schließlich entdeckte der Restaurator unter einem Kotflügel in altdeutscher Handschrift das Wort "kirschrot" – und damit war klar, wie das Cabrio zu Beginn einmal ausgesehen hatte und wie es jetzt wieder aussehen sollte. Kaufmann besorgte sich den passenden Farbton und legte los. "Dieses Rot passt hervorragend zusammen mit den Chromteilen", ist er überzeugt.

Lediglich für die Leder- und Polsterarbeiten benötigte er die Hilfe eines Sattlers, den Rest hat er selbst erledigt. Auch aus dem stillgelegten Auto seines Vaters hat Kaufmann noch ein paar Teile eingebaut, zum Beispiel das herausnehmbare Kofferradio und die Rückleuchten.

Der Motor wurde auf90 PS aufgemotzt. Später wurde noch der Motor aufgemotzt. "Der hatte nur 44 PS und das war mir zu mager. Ich wollte mehr Leistung." Aber einfach einen modernen Motor einbauen, das ging natürlich nicht. Dadurch hätte das Auto nämlich seinen Status als Oldtimer verloren. "Zum Glück fand ich eine Firma, die für historische Fahrzeuge alte Motoren aufbaut. Alle für das H-Kennzeichen nötigen Unterlagen waren vorhanden." Der Motor hat jetzt 1,8 Liter Hubraum und 90 PS. "Er marschiert hervorragend". Laut TÜV schafft der restaurierte Karmann-Ghia Geschwindigkeiten bis 165 km/h. "So richtig ausgefahren bin ich ihn noch nie. Und die Tachonadel geht jetzt ohnehin über die Skala raus." Der Verbrauch auf hundert Kilometer liegt bei neun bis neuneinhalb Liter. Das sei nicht viel für Käfer-Technik.

Denn auch wenn er nicht so aussieht: Der Wagen ist genetisch ein VW-Käfer. Achse, Getriebe, Motor und Bodenplatte sind fast identisch mit diesem Kultauto. Hinten befinden sich der Motor und ein aufmontierter Nostalgie-Reisekoffer aus Leder, vorne ist der geräumige Kofferraum.

Wie gesagt, es handelt sich um kein sportliches Fahrzeug. "Eher um einen Cruiser, ein Komfortauto, ein sehr angenehmes Reisefahrzeug", beschreibt es der Kfz-Meister. Fahren dürfen das Cabrio nur er oder seine Frau Ingrid. "Aber die lässt sich lieber chauffieren. Wir unternehmen meistens Genussfahrten und besuchen Oldtimertreffen. Heuer waren wir mit dem Karmann-Ghia im Urlaub am Wolfgangsee. Eine sehr schöne Reise bei bestem Wetter."

"Unser Karmann ist kein seltenes Stück, aber bei vielen Oldtimertreffen das Fahrzeug der Herzen", erzählt seine Frau. "Die Besucher erinnern sich nur zu gern an den Sekretärinnen-Porsche. Und so entwickeln sich sehr schöne Gespräche und es freut uns immer wieder, wenn uns die Leute ihre Geschichten erzählen. Wir waren öfter in Fürstenfeldbruck zum Concours d‘Elegance eingeladen, eine besondere Auszeichnung, da hier nur wirklich schöne Stücke im Klostergarten präsentiert werden. Letztes Jahr waren wir in Germering beim Oldtimertreffen. Tja, und dieses Jahr kam leider Corona." Doch das sei nicht schlimm, denn selbst bei den privaten Ausflugsfahrten finde man mit diesem nostalgischen Cabrio immer schnell Freunde.

INFODer VW Karmann-Ghia (Typ 14) ist ein Automobil des Volkswagenwerks, das bei Karmann in Osnabrück gebaut wurde. Insgesamt 443466 Stück (362585 Coupés und 80881 Cabriolets) konnte Volkswagen zwischen 1955 und 1974 absetzen. In der Zeit von 1964 bis 1970 wurden jährlich über 30000 Fahrzeuge produziert. 61 Prozent davon verkaufte VW in den USA. Auch wenn der "kleine" Karmann-Ghia in Deutschland oft als "Hausfrauen-Porsche" und "Sekretärinnen-Ferrari" tituliert wurde: Das Auto sieht zwar aus wie ein Sportwagen, war aber mit anfänglich 30 PS (22 kW) und 118 km/h Spitzengeschwindigkeit weit entfernt von sportlichen Rekorden.

Franz Gilg

Franz Gilg

 

Mit dem "Hühnerschreck" zu den Kühen

PNP stellt die schönsten Oldtimer in der Region vor: Gerhard Herold hat eine Rex Bagusat, Baujahr 1952

Teresa Kaiser 21.09.2020 | Stand 20.09.2020, 18:14 Uhr

Mit dem

 

Rex und Alphorn, das gefällt Gerhard Herold – und den Kühen auch. −Foto: Kaiser

Tann. Gerhard Herold (65) schmeißt sich die Tasche mit seinem Alphorn über die Schulter. "Hab ich alles?" Er steigt auf seine Rex Bagusat, Baujahr 1952. Auf den ersten Blick ist das ein charmantes Oldtimer-Fahrrad. Blaues Gestell, silbernes Schutzblech, Klingel. Doch etwas ist anders. Das Rad hat nämlich einen Motor. Gerhard Herold bezeichnet sein Gefährt als "Pedales", sozusagen das heutige E-Bike.

Der Münchner lebt mit seiner Familie seit 35 Jahren in Tann. Lange war er Musiker, sein Sohn ist Künstler. Jetzt ist Herold sein Manager. "Wir sind eine verrückte Familie", sagt er lachend. Gerhard Herold fällt auf, wenn er unterwegs ist. Mit roter Brille, rotem T-Shirt, Lederhose und Wollsocken schießt er mit seinem "Ped" Richtung Denharten. Seine Haare sind zu einem Zopf zusammengebunden
Maximal 25 Stundenkilometer. Maximal 25 Stundenkilometer schnell darf das Rad gehen. Wie aus einem Comicheft entsprungen sieht Herold aus mit dem großen Alphorn auf dem Rücken und dem kleinen Rad.

Auf einer Landstraße geht es vorbei an alten Höfen und Neubauten, Apfelbäumen und Maisfeldern. Benzingeruch liegt in der Luft, monoton rattert das Rad. Bergab macht er den Zweitaktmotor aus, lässt das Ped rollen. Herold klingelt, grüßt seine Nachbarin, die spazieren geht. Kühe grasen auf der Weide, dort hält er an.

Ein Freund hat ihn damals neugierig auf das Pedales gemacht. Dieser habe in einem Münchner Keller immer an seinen Rädern herumgeschraubt. "Dann hab ich gesagt: Sowas brauch ich auch." Für 1000 Mark hat sich Herold im Jahr 1995 die Rex Bagusat gekauft.

Eine alte Dame habe ihm erzählt, dass man die Dinger früher "Hühnerschreck" genannt hat. Sie habe sich sehr gefreut, als sie ihn damit gesehen hat, hatte den Klang noch im Ohr. "Es geht alles über die Ohren", sagt Herold. Auch Katzen scheuen das Rad, hat er festgestellt. "Aber Rehe bleiben stehen." Warum weiß er nicht. Vor kurzem wollte er das Ped verkaufen, fünf Jahre lang stand es nur auf dem Dachboden. "Und zum Stehen ist es zu schade." Jetzt ist es wieder angesprungen – und Herold gibt es nicht mehr her. "Weil es so schön ist, weil es Spaß macht." Das ist sein Ausgleich.

Keine Elektronik, das mag er Er liebt die Natur, das Ursprüngliche. Deshalb ist er ein Fan von seinem Gefährt. Keine Elektronik, das mag er. Auch die Geschichte der Hersteller gefällt Herold. Inhaber der Rex-Motorenwerke in München waren die Brüder Erich und Kurt Bagusat. "Die haben ihr Unternehmen verloren, weil sie auf der Rennbahn ihr Geld verwettet haben."

Als Gerhard Herold mit seinem Ped bei den Kühen anrollt, zeigen sich diese erst wenig beeindruckt. Auf der ganzen Wiese verteilt grasen sie gelassen weiter. Herold steigt ab, nimmt das Alphorn aus der Tasche und baut es zusammen. Dunkelblau lackiert ist es, bemalt mit Blumen und einem Spruch von seinem Sohn: "If you can dream it, you can do it" – Wenn du es träumen kannst, kannst du es tun. "Kumm, Keibe, kumm", schreit Herold und stellt sein Alphorn an der Kuhwiese auf. Er bläst kräftig hinein, die tiefen Töne erzeugen ein leichtes Echo. Die Kühe schauen auf, setzen sich langsam in Bewegung. Immer schneller wandern sie den Hang hinauf. Kurz darauf stehen die Kühe im Pulk vor dem Musiker und lauschen seinen Klängen. "Hornvieh reagiert auf Horn", sagt Herold. "Das dankbarste Publikum, das es gibt." Auch auf der anderen Straßenseite stehen die Kühe in Reih und Glied am Zaun und lauschen dem Konzert.

Vor vielen Jahren hat Herold sein Ped auf der Rennbahn in Pfarrkirchen ausgestellt. Er hat sich dort so wohl gefühlt, dass er jetzt den Oldtimerfreunden Pfarrkirchen beigetreten ist. "Das macht schon viel Spaß", sagt er. Aber er selbst ist kein Schrauber. "Das ist mein Manko." Gerhard Herold spielt den Kühen noch ein paar Lieder, packt das Alphorn wieder in die Tasche und fährt mit seiner Rex Bagusat nach Hause.

Teresa Kaiser

 

Das "Raubtier" auf dem Feld

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Willi Rotts "Panther" ist immer noch im Einsatz

Christiane Vogl 06.07.2020 | Stand 05.07.2020, 19:07 Uhr

Das
Vor dem Vereinsheim der Rottaler Oldtimerfreunde präsentiert Mitglied Willi Rott seinen himmelblauen "Panther",
der zur Raubtierserie des Traktorenherstellers Eicher gehört. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Was haben Panther, Tiger, Leopard und Puma mit der Landwirtschaft am Hut? Diese Frage werden sich vermutlich einige stellen, verbindet man diese Großkatzen nicht unbedingt mit landwirtschaftlichen Gefährten. Doch hierbei handelt es sich um die Raubtierserie des Traktoren-Herstellers Eicher, der bis zum Jahr 1970 rund 70000 dieser Gefährte vom Band laufen ließ.

Panther und Tiger waren Startschuss Einer dieser himmelblauen Traktoren ist im Besitz von Willi Rott, Mitglied der Rottaler Oldtimerfreunde. Sein Panther war das erste und zweitkleinste Schleppermodell dieser Serie und wurde in zwei Ausführungen gefertigt. Rotts Vehikel besitzt hat den stärkeren Zweizylinder-Motor mit 22 PS unter der Haube und wurde im Jahr 1966 gebaut.

Panther und Tiger waren der Startschuss für die berühmte Reihe des Traktorenherstellers, die unter Fans als "Blütezeit" Eichers gesehen wird. Der kleinere Panther hatte hier als einziger aller gebauten Eicher Traktoren einen Tragschlepper mit der Möglichkeit des Zwischenachsenanbaus und wurde ab Mai 1959 gefertigt. Dies geschah nicht ohne Grund, denn nach dem Krieg wuchsen die Ansprüche der Kunden. Man wollte mehr Leistung, mehr Einsatzmöglichkeiten. Auch mit den Namen ging man einen neuen Weg und gab den Modellen – anstelle von Leistungsbezeichnungen – eben diese markanten Namen.

Willi Rott kaufte seinen Panther einem Freund ab. Dieser entdeckte das himmelblaue Gefährt einst an einer Tankstelle in Malgersdorf und konnte den Oldtimer nicht stehenlassen. Nun ist er schon seit knapp 20 Jahren in Rotts Besitz, wo er sich mit einem anderen Modell dieser Raubtier-Serie in bester Gesellschaft befindet. Doch auch sein hohes Alter von 54 Jahren bewahrt den Panther nicht vor Arbeitseinsätzen. Diese sind sogar nötig, um Standschäden zu vermeiden. Willi Rott: "Es soll sich beispielsweise kein Kondenswasser bilden, deshalb muss man ihn öfters bewegen und auch mal einsetzen."

So ist der Traktor immer noch funktionstüchtig und mehrmals im Jahr mit der Holzkreissäge im Einsatz, um seinem Namen aller Ehre zu machen. Auch zur Freude von Willi Rotts Enkel, der gar nicht genug von dem landwirtschaftlichen Gefährt bekommen kann. "Er liebt den Panther. Deshalb soll ich ihn immer mitnehmen, sonst gibt er keine Ruhe", lacht Rott.

Doch nicht nur der Enkel bestaunt den himmelblauen Oldie gerne: Wenn Willi Rott mit seinem Gefährt auf Ausstellungen oder Treffen präsentiert, wird sein Panther immer wieder gerne bestaunt.

Wenn auch Sie einen besonderen Oldtimer haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns mehr über diesen erzählen. Melden Sie sich bitte in der Pfarrkirchner Lokalredaktion, entweder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter 08561/234922. Die Aktion führt die Heimatzeitung gemeinsam mit den Rottaler Oldtimerfreunden durch.

Christiane Vogl

Schnelle Flitzer für die Rennbahn

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Armin Voggenreiter aus Triftern sammelt alte Bahnsport-Motorräder

Christiane Vogl 07.09.2020 | Stand 06.09.2020, 20:20 Uhr

Schnelle Flitzer für die Rennbahn Pressebericht PNP vom 06-09-2020

Besitzt mittlerweile 20 alte Motorräder: Armin Voggenreiter (56) hat eine Schwäche für die schnellen Zweiräder und sammelt sie bereits seit über 35 Jahren. −Fotos: Vogl/Red

Triftern. Wer denkt, dass auf einer Trabrennbahn nur Pferde ihre Geschwindigkeit unter Beweis stellen können, täuscht sich. Denn hier auf dem sandigen Untergrund zogen auch Motorräder beim sogenannten Bahnsport ihre Runden. Und das sogar auf besonderen Gefährten, welche die Fahrer extra für diesen Sport zusammensetzten.

Begeisterung für Bahnsport war immer da. Dass Armin Voggenreiter Motorräder liebt, ist bereits vor seiner Bäckerei in Triftern erkennbar: Hier ziert eine selbst zusammengebaute alte Maschine als Dekoration den Schuppen, in dem weitere Zweiräder des 56-Jährigen beherbergt sind. Sorgfältig davor aufgestellt sind drei besondere Modelle, die sich in ihrem Äußeren deutlich von anderen Motorrädern unterscheiden: Kein Tacho, keine Bremsen, kein Getriebe und eine leichte und dünne Verkleidung sind Besonderheiten, die sofort ins Auge stechen.

Schnelle Flitzer für die Rennbahn Pressebericht PNP vom 06-09-2020

Passend zum Job ziert die Brezel das klassische Sandbahn-Gefährt.

Doch hierbei handelt es sich nicht etwa um Restaurations-Fehler, denn diese Gefährte hatten nur eine einzige Aufgabe: schnell sein. Um diese zu erfüllen, wurden sie beim sogenannten Bahnsport eingesetzt. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form des Motorradsports , bei der entweder auf kurzer oder langer Bahn auf einer ovalen Strecke gefahren wird.

Schnelle Flitzer für die Rennbahn Pressebericht PNP vom 06-09-2020

Optimal für die Rennbahn: Der gebogene Lenker ist typisch für die Vorkriegszeit.

Was die Zweiräder für diesen Sport besonders macht, erklärt Armin Voggenreiter, der schon lange eine Schwäche für diesen Sport hat: "Die Motorräder hatte damals jeder selber zusammengestellt. Je geschickter so eine Maschine zusammengebaut wurde, desto besser ist sie auch gefahren. Deshalb war es wichtig, gute Einzelteile zu verwenden."

Gute Einzelteile finden sich auch bei seinen Maschinen, auf die der gelernte Bäcker sichtlich stolz ist. Bei seinem Lieblingsstück handelt es sich um die knallrote Bergsteiger aus dem Jahr 1929. Sie könnte so einiges erzählen, denn auf der Rennbahn hat sie bereits viel erlebt: "Sie gehörte einst dem Niederbayer Karl Marxreiter, der mit ihr sogar im Jahr 1949/50 deutscher Meister wurde. Auch auf der Pfarrkirchner Trabrennbahn war sie schon unterwegs", erzählt Voggenreiter, der sich gern über die Geschichte des Bahnsports informiert. Das erste mal erblickt hatte er die Maschine sie in einem Museum am Attersee.

Auf Anhieb gewann sie seine Aufmerksamkeit und für den 56-Jährigen stand fest: "So eine wollte ich schon immer haben." Wie der Zufall es will, machte ihn ein Freund darauf aufmerksam als sie letztlich zum Verkauf stand. So landete sie bei Voggenreiters Schätzen, und ist bei dem Motorrad-Liebhaber in guten Händen.

Ihr roter Rahmen ist extra für den Bahnsport gebaut worden, auch beim Motor handelt es sich für damalige Zeiten um ein besonderes Exemplar: "Hier ist ein Rudge-Motor eingebaut, welcher damals der schnellste erhältliche Motor war, weil die Vierventiltechnik den meisten anderen Rennmotoren überlegen war."

"Der Lenker ist typisch für die Vorkriegszeit, denn dieser wurde damals noch gebogen, um ihn passend für seinen Fahrer einzustellen", wie Voggenreiter weiß. Allerdings ist sie ohne zusätzliche Verstärkungsrohre, hat aber die damals übliche Trapezgabel mit dem einstellbaren Reibungs- Lenkungsdämpfer.

Selber gefahren ist er die Maschine noch nie, was allerdings ohne Bremsen auch mit einigen Risiken verbunden wäre. "Jedoch habe ich die Erlaubnis meiner Frau, sie ins Wohnzimmer zu stellen", lacht Voggenreiter. Das wäre nicht einmal zum Leidwesen seiner Gattin, denn auch sie teilt seine Leidenschaft und unternimmt mit ihrem Mann gerne gemeinsame Touren. Zum Fahren eignen sich seine Rennmaschinen jedoch weniger, auch aufgrund ihrer fehlenden Ausstattung. "Es braucht gute Nachbarn, die das mitmachen, weil die Motorräder keinen Schalldämpfer besitzen", lacht er.

Neben dem roten Flitzer steht eine blaue Maschine, bei der es sich um ein klassisches Motorrad für die Sandbahn handelt. Die Brezel, die auf dem Rahmen klebt, fällt gleich auf. "Der Aufkleber ist damals noch von unseren Lieferwägen übrig geblieben und da dachte ich mir, es ist ja passend zum Beruf", schmunzelt der Familienvater. An der Federung erkenne man, ob es sich um eine Maschine für die Lang- oder Kurzbahn handelt. Denn besitzt das Rennrad keine, sei sie für die Kurzbahn geschaffen.

Dass er so viel über seine Motorräder weiß, liege daran, dass er gerne über den Sport lese und so viel über die lokalen Fahrer erfahre. So konnte er bereits einige Fahrer treffen, die ihm dann mehr über den Sport und ihre Karriere erzählten. "Das ist dann meistens ein Türöffner, um an neue Maschinen zu kommen oder mehr über die Geschichte in der Region zu erfahren."

Erste Maschine auf dem Schrottplatz gefunden. Dass sich bei dem gelernten Bäcker eine Liebe für Motorräder und den Rennsport entwickelt zeichnete sich schon früh ab: Mit 13 Jahren entdeckte er seine erste Maschine auf einem Schrottplatz in Anzenkirchen. Es handelte sich um ein Mofa der Marke DKW, welches er bei einem Nachbarn schweißen und wieder herrichten durfte. Schon damals fuhr er – zwar unerlaubter Weise – einige Runden und wurde gleich Feuer und Flamme.

Die Liebe für das Schrauben und Basteln kam erst mit 19, hält sich aber bis heute: "Ich sammle nun schon seit 35 Jahren Motorräder und baue auch gerne selber welche zusammen oder gestalte sie um", sagt er, während er die Maschinen in seinem Schuppen präsentiert. Hier stehen einige umgebaute Motorräder, die durch ihre besondere Gestaltung auffallen, wie eine alte BMW aus den 70ern, die durch ihre knalligen Farben auffällt. Doch da im kleinen Schuppen schon lange kein Platz mehr für die Sammlerei des 56-Jährigen ist, hat er sich mit Freunden eine Halle gemietet, um dort weitere Schätze unterzubringen. Mittlerweile besitzt er 20 alte Maschinen, die der Trifterner hegt und pflegt. Auf die Frage, ob er seine Motorräder wieder hergeben würde, um so Platz zu schaffen, antwortet er ganz klar: "Vermutlich kann man die Rennmaschinen gar nicht leicht verkaufen, aber das würde ich auch nie."

Christiane Vogl

 

 

Junge Leidenschaft für alte Mofas

Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −Fotos: Vogl
Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −n. Betritt man die Garage der Familie Geiersberger, findet man sich in einem kleinen Museum wieder: Neben Spirituskochern, Röhrenradios oder einer alten Registrierkasse stechen sofort ein alter Fiat-Spider und ein Mercedes W108 ins Auge. Hier ist die Leidenschaft für alles Alte spürbar. Kein Wunder, dass auch Sohn Simon dieses Faible pflegt. Das Herz des 17-Jährigen schlägt für alte Mofas, die er hegt und pflegt.

Ein italienischer Hundemagnet

Die schönsten Oldtimer im Landkreis: Karin Schmidbauers Alfa Romeo Giulia strahlt in besonderer Farbe

31.08.2020 | Stand 30.08.2020, 17:52 Uhr

Ein italienischer Hundemagnet Pressebericht PNP 31.08.2020

Besonders die seltene und auffällige Farbe "Bugna" gefällt Karin Schmidbauer an ihrem Alfa Romeo, der trotz Baujahr 1973 aussieht wie neu. −Fotos: Vogl

Eggenfelden. Die Garage der Familie Schmidbauer öffnet sich und sogleich rennt Familienhund Emil auf seinen heiß geliebten Oldtimer zu. Hier steht nämlich Karin Schmidbauers Alfa Romeo Giulia, der mit seiner markanten Farbe sofort ins Auge sticht. Und bei genauerem Betrachten wird auch klar, weshalb sich Beagle und Frauchen so sehr in diesen Oldie verliebt haben. Denn dieser ist wahrlich ein Hingucker.

"Wollte schon immer so einen haben" Bernhard und Karin Schmidbauer sind Autoliebhaber. Insbesondere Oldtimer haben es ihnen angetan und seit 1995 wächst ihre Sammlung stetig an. Ein bestimmtes Modell hatte Karin Schmidbauer schon immer im Auge: den Alfa Romeo Giulia. "Ich liebe diese eckige Form und die großen Fenster", schwärmt sie von dem eleganten Italiener. So machte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann auf die Suche nach ihrem Traumauto, was anfangs schwieriger war als gedacht.

Ein italienischer Hundemagnet Pressebericht PNP 31.08.2020

Emil ließ es sich nicht nehmen, mit auf dem Foto seines Lieblingsautos zu sein.

"Wir haben angefangen, in Deutschland zu suchen, weil die Wägen in Italien zu überteuert waren", erzählt Bernhard Schmidbauer. Im Internet seien sie schließlich fündig geworden und konnten den kleinen Flitzer letztlich im März 2018 in Ingolstadt abholen. Gemacht werden musste nichts, denn das Gefährt war bereits in einem Top-Zustand, da er schon vorher restauriert worden war. "Basteln und Herumschrauben wollten wir nicht. Das wäre eine Fass ohne Boden", meint Bernhard Schmidbauer. So besteht der Alfa noch aus seinen Original-Teilen und sieht aus wie frisch vom Band gelaufen. Mittlerweile sind Karin Schmidbauer und ihr 85 PS starker Oldie schon ein eingespieltes Team, obwohl es anfangs einige Dinge gab, an die sich die Eggenfeldenerin gewöhnen musste: "Er besitzt natürlich keine Servolenkung und auch so gibt es nur wenig Knöpfe im Inneren des Wagens. Es braucht einfach etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Ansonsten fährt er sich sehr gut und war motortechnisch seiner Zeit weit voraus, was man auch beim Fahren merkt." Er sei kein Ausstellungsstück, das nur in der Garage steht, sondern im stetigen Gebrauch. Ob zum Einkaufen oder für Ausflüge – er sei immer zuverlässig. Selbst mit dem Wohnmobil-Anhänger der Familie ist er oft unterwegs.

Ein italienischer Hundemagnet Pressebericht PNP 31.08.2020

Im Inneren wirkt alles neu und hochwertig: Viele Knöpfe sucht man hier allerdings vergeblich.

Für Beagle Emil ist der Alfa anziehend. Die einzige Unstimmigkeit, die Bernhard und Karin Schmidbauer bezüglich des Autos haben, ist die doch sehr markante, aber auch seltene Farbe: "Ich liebe diese Farbe. Sie heißt Bugna, also Pflaume, und passt perfekt zu dem Oldtimer. Meinem Mann gefällt sie nicht ganz so sehr, aber es ist ja auch mein Wagen", schmunzelt die Hundeliebhaberin.

Ein italienischer Hundemagnet Pressebericht PNP 31.08.2020

Beagle Emil kann von Fahrten im Oldie nicht genug bekommen.

Am meisten scheint Beagle Emil in den Oldtimer verliebt zu sein, der den Alfa gar nicht mehr aus den Augen lassen möchte. Bewegt sich das Auto, schießt Emil hinterher. "Alle unsere Hunde lieben die Oldtimer, aber für Emil scheint der Romeo regelrecht anziehend zu sein", erzählt Karin Schmidbauer lachend. Im Inneren des Wagens fühlt sich Emil sichtlich wohl und hat darin sogar seinen eigenen Gurt für die Fahrten mit seinem Frauchen. Seinen Stammplatz lässt er sich auch während des Termins mit der Heimatzeitung nicht streitig machen und nimmt wie gewohnt auf der Rückbank Platz.

 

Aus der Krise geboren, als Klassiker geblieben

Die schönsten Oldtimer im Landkreis: Udo Rosais Austin Mini 25 begleitet ihn seit der Hochzeit

Klein, aber oho: der Austin Mini

Christiane Vogl 11.06.2020 | Stand 10.06.2020, 21:20 Uhr

Udo Rosais Austin Mini 25
Stolz präsentiert Udo Rosai den Austin Mini 25, den er sich und seiner Frau vor 36 Jahren selbst zur Hochzeit "schenkte" und der seitdem ununterbrochen in seinem Besitz ist. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Mit seinem markanten Kühlergrill, den großen, runden "Augen" und natürlich seiner kompakten Größe ist und bleibt der Mini unverwechselbar. Nachdem die Krise um den Suez-Kanal ausbrach und das Öl knapp wurde, sollte der kleine Brite 1959 ursprünglich als Sparauto für die Massen dienen – mittlerweile blickt er schon auf eine über 60-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Geburtstagsmodell nur 625 Mal gebaut Ganz so alt ist der Mini von Udo Rosai, Vorsitzender der Rottaler Oldtimer-Freunde, zwar noch nicht, dennoch begleitet er ihn bereits seit 36 Jahren. Er und seine Frau Christiana hatten sich ihren Austin Mini 25 zu ihrer Hochzeit im Jahr 1984 "geschenkt". Er erschien zum 25. Geburtstag des Mini und wurde lediglich 625 Mal gebaut. Seither befindet sich der kleine Flitzer im Besitz des Pfarrkirchners. "Vor seiner Auslieferung durch die Firma L&H Automobile in Frankfurt wurde der Mini noch zu einem Cabriolet umgebaut. Somit ist er eines von drei Modellen dieser Serie, die mit offenem Verdeck fahren", erzählt der 58-Jährige.

Ein zeitloser Silberstern

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor – Thomas Gotzlers Mercedes 300SL ist ein Evergreen

Christiane Vogl 03.08.2020 | Stand 02.08.2020, 18:16 Uhr

Ein zeitloser Silberstern PNP stellt die schönsten Oldtimer vor – Thomas Gotzlers Mercedes 300SL ist ein Evergreen
Der verchromte Roadster begleitet Thomas Gotzler schon seit Jugendzeiten und war seither in guten Händen.
Er wirkt vor der Kulisse der Stallungen an der Rennbahn wie frisch vom Band. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Man kennt sie, die Baureihe R107 von Mercedes, die sich ab den 80ern zu einer regelrechten Ikone entwickelt hat. Prominenz und Geschäftsleute fuhren die luxuriösen Roadster und auch in Film und Fernsehen hatten die Zweisitzer einige Auftritte. Der Mercedes SL300, der 1985 auf den Markt kam, war hierbei nicht die "Neuauflage" des klassischen Flügeltürers aus den 50ern, der sich insbesondere im Rennsport einen Namen gemacht hat, sondern diente als Nachfolger des 280SL mit größerem Hubraum.

Alte Autos begleitenihn seit JugendzeitenSein Mercedes 300SL begleitet Thomas Gotzler, Vorstand der Rottaler Oldtimerfreunde, bereits seit Jugendzeiten: "Mein Vater hatte den Wagen damals gekauft und peinlichst genau auf ihn geachtet. Ich durfte ihn damals nie fahren, aber nur so ist er auch in diesem super Zustand geblieben", erzählt der 64-Jährige. Denn durch diese vorbildliche Fahrzeughaltung wirkt sein Wagen, trotz Baujahr 1988, fast wie frisch vom Band. Diesen auch weiterhin so gut zu pflegen sieht Gotzler daher auch als wichtige Aufgabe an. Und bei einem solch schicken Modell lohnt sich das auch: In der Sonne funkelt und strahlt der verchromte Roadster, als käme er frisch vom Band. Rote Lederbezüge auf den dick gepolsterten Sitzen und Teppiche im Fußraum veredeln den alten Silberstern. Das Cockpit wirkt mit dem großen Lenkrad und der Uhrensammlung luxuriös. Der Kofferraum ist mit weinrotem Samt ausgelegt.

Auch im Inneren hat der Zweisitzer einiges zu bieten: 180PS stark ist der sechszylinder-Motor, dessen Klang sich bei offenem Verdeck genießen lässt. Obwohl die Bezeichnung SL ursprünglich für "Sport" und "leicht" stand, kann davon bei diesem Modell nicht die Rede sein. Mit seinen über 1500 kg können auch trotz des starken Motors keine sportlichen Höchstleistungen erreicht werden. Doch das ist Thomas Gotzler auch nicht wichtig. Der Pfarrkirchner liebt seinen Oldie wegen der Entschleunigung. Es sei sein Ausgleich zum Alltag: "Es ist einfach entspannend und der Stress verschwindet. Mit einem Oldtimer muss man auch keine Höchstgeschwindigkeiten erreichen."

Mit seiner Begeisterung für Oldtimer ist Gotzler nicht alleine. Vor 20 Jahren gründete er gemeinsam mit Franz Sollinger und Udo Rosai die "Rottaler Oldtimerfreunde". Seitdem ist er 2. Vorstand und natürlich jedes Jahr auf der großen Ausstellung auf der Rennbahn vertreten, was ihm viel Freude bereitet. Übrigens nicht nur ihm, denn im Landkreis sind 1221 Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen zugelassen.

 

Ein ganz besonderer Käfer

 

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor – Paul Königs "Herbie" ist ein ganz besonderes Modell

Christiane Vogl  21.05.2020 | Stand 20.05.2020, 18:10 Uhr

Pressebericht PNP Oldtimer Sonderserie
Im glänzenden zinngrauen Metallic-Lack erstrahlt vor der historischen Tribüne auf der Pfarrkirchner Rennbahn der "Jubi-Käfer" von Paul König. Der Wagen lief zum 50. Geburtstag des Kult-Autos als Sondermodell vom Band. −Foto: Vogl

 

Pfarrkirchen. Käfer, Ente, Bulli oder noch viel ältere Vehikel – die Saison der Kultautos hat längst wieder begonnen. Normalerweise scharen sich Oldtimerfreunde am heutigen Vatertag beim großen Treffen auf der Pfarrkirchner Rennbahn. Dass dieses wegen der Corona-Krise nicht stattfinden kann, nehmen wir zum Anlass, die schönsten Oldtimer im Landkreis zu suchen und vorzustellen.

Er war das Symbol des Wirtschaftswunders, ein weltweiter Exportschlager und schaffte es mit "Herbie" sogar auf die große Kinoleinwand – der VW-Käfer ist nicht nur ein klassischer Oldtimer aus der Produktion des Volkswagenwerkes, sondern hat mittlerweile Kultstatus erreicht, wie kaum ein anderes Auto vor ihm.
 
Letzte Serie zum 50.GeburtstagEin ganz besonderes Modell ist allerdings der Wagen von Paul König aus Pfarrkirchen. Sein Jubiläums-Käfer lief im Jahr 1985 zum 50. Geburtstag des weltweit noch meistgebauten Wagens vom Band. Mit dieser Serie endete der offizielle Verkauf des Käfers durch VW in Deutschland. Fast schon neumodisch im zinngrauen Metallic-Lack, wurde das Sondermodell weltweit lediglich 3150 Mal zu diesem Anlass produziert, davon 2400 Mal für den deutschen Markt.


Doch nicht nur die auffällige Lackierung ist bei diesem Käfer ungewöhnlich, auch die Ausstattung hat einiges zu bieten: Eine grüne Wärmeschutzverglasung zieht sich über den Wagen, Porsche-Fuchsfelgen, ein Faltdach und eine 50 Jahre-Plakette auf Heck und linkem Seitenteil zieren den neu aufgelegten Klassiker. Im Inneren findet sich noch der Original-Sitzbezug in Grau mit roten Doppelstreifen, lediglich das Vier-Speichen-Sportlenkrad musste im Fall von Paul Königs Käfer einem klassischen Raid-Holzlenkrad weichen. "Ich fand, dass es einfach besser zum Wagen passt", sagt König.


In seinem Besitz befindet sich das Sondermodell seit zwei Jahren. Zwar war der Oldtimerfreund ursprünglich auf der Suche nach einem ganz anderen sportlichen Wagen, fand dann allerdings diesen im Internet. Da der Käfer auch zu seiner Jugendzeit – wie bei so vielen – ein fester Begleiter war, weckte er gleich Erinnerungen. "Mein zweites Auto war auch ein Käfer. Den bin ich schon damals immer gerne gefahren", erinnerte sich der 65-Jährige. Einzig Standschäden wies der Klassiker beim Kauf auf, da er lange Zeit nicht bewegt wurde. Weil Karosserie und Fahrgestell gut erhalten waren, standen keine größeren Arbeiten mehr an.


Käfer war bereits zu bestaunenDer Jubi-Käfer ging bereits zweimal bei "Pfarrkirchen Classics" an den Start oder war mit seiner auffälligen Lackierung schon auf mehreren Ausstellungen zu bestaunen. Meist ist König mit seinem Käfer allerdings nur auf Treffen oder bei schönem Wetter auf Ausflügen unterwegs, um seine Kultkugel zu schonen. Bei den Rottaler Oldtimerfreunden befindet sich der schicke Klassiker zudem in bester Gesellschaft. Und was das sonstige Innenleben betrifft, bleibt auch der "Jubi-Käfer" seinen Wurzeln treu: Mit dem normalen 1,2-Liter-Motor und den 34 PS ist er dann nämlich doch ganz der Alte.


Wenn auch Sie einen besonderen Oldtimer haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns mehr über diesen erzählen. Melden Sie sich bitte in der Pfarrkirchner Lokalredaktion, entweder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter    08561/234922. Die Aktion führt die Heimatzeitung gemeinsam mit den Rottaler Oldtimerfreunden durch.

Christiane Vogl

 

Ein seltenes Sammlerstück

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut

Christiane Vogl 17.08.2020 | Stand 16.08.2020, 17:53 Uhr

Ein seltenes Sammlerstück PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut
Vor der Kulisse des alten Herrenhauses auf der Pfarrkirchner Rennbahn: Jürgen Sperls seltene hellblaue
MV Agusta Pullman 125 ist nicht nur hinter der Glasvitrine ein echter Hingucker. −Fotos: Vogl

Pfarrkirchen. So mancher wird sie wohl schon des öfteren bewundert haben, als sie noch im Café Einstein in einer Vitrine unter dem Stammtisch stand und die Blicke der Gäste anzog: Jürgen Sperls hellblaue MV Agusta 125 Pullman. Ihre Heimat hat sie mittlerweile gewechselt, denn nun ziert sie in einer Glasvitrine das Vereinsheim der Rottaler Oldtimerfreunde, wo sie weiterhin ein wahrer Hingucker ist.

Restaurierungdauert jahrelangFür das 65 Jahre alte Motorrad begann die Reise nach Deutschland auf einem italienischen Schrottplatz, wo es von Sperls Vorbesitzer gerettet und nach Hamburg gebracht wurde. Dort entdeckte der Pfarrkirchner 2001 das Sammlerstück: "Ich habe sie nicht gezielt herausgesucht, es war eher ein Zufallsgriff", erzählt er. Auf bayrischen Boden angekommen ist die Maschine dann allerdings nicht im Ganzen, sondern verteilt auf mehrere Kisten. Fünf Jahre kostete es Sperl, die Einzelteile wieder zusammenzubauen und das Motorrad wieder auf zwei Reifen zu stellen. "Sie war wirklich sehr kaputt", erinnert sich Jürgen Sperl.

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut
Drei Jahre lang wurde dieses Modell lediglich hergestellt.

Doch für den gelernten Mechaniker war das eine Beschäftigung, der er gerne nachging. Gemeinsam mit seinem Sohn schraubt und bastelt er nämlich leidenschaftlich gerne. Daher ist er auch Mitglied der Rottaler Oldtimerfreunde, in deren Vereinsheim sein Prachtstück mittlerweile gut aufgehoben ist.

Allerdings war die Restauration nicht leicht, auch weil der 54-Jährige nicht allzu viele Informationen zur Hand hatte. Über ein Fachbuch fand er heraus, dass die Maschine lediglich drei Jahre lang, von 1953 bis 1956, hergestellt wurde und insgesamt nur 27000 Mal das Fließband verließ. "Ich gehe davon aus, dass in Deutschland gerade mal drei bis fünf Stück vorhanden sind", schätzt er.

Die Einzelteile seien schwer zu beschaffen gewesen und auch teuer, vor allem in Deutschland: "Beispielsweise hat das Motorrad 15-Zoll-Reifen, die es bei uns nicht gab. Hier erhält man lediglich 16-Zoll-Reifen", erklärt der gebürtige Oberbayer. So verlagerte er die Suche nach passenden Teilen, wie den Felgen, auf den italienischen Raum, wo er meist fündig wurde. Auch die passende Lackierung für das italienische Gefährt zu finden, sei nicht leicht gewesen. In seinem Buch entdeckte Sperl unter dem Schwarz-Weiß-Foto lediglich den Hinweis, dass die Maschine blau gewesen sei. Über ein im MV Agusta-Museum am Gardasee ausgestellten Roller, der den selben Rahmen besaß, erfuhr der 54-Jährige, dass seine Pullman ursprünglich in Hellblau erstrahlte.

Besonderes Gefallen hat der Pfarrkirchner an den kleinen Details und Einzelheiten seiner Maschine, bei denen es sich um die Originale handelt. Sogar die alte Fahrradpumpe ist dem sechs PS starken Gefährt erhalten geblieben. Dass es sich bei diesen nicht um Nachbildungen handelt, war dem 54-Jährigen sehr wichtig: "Entweder komplett original oder gleich rumbauen", lautete seine Devise. Mittlerweile würde Sperl seine Maschine nicht mehr aus der Hand geben, obwohl der materielle Wert sich in Grenzen hält. "Ich würde auf drei- bis fünftausend Euro schätzen, denn sie ist ein Sammlerstück, das nur für bestimmte Menschen von Interesse ist", so Sperl. Für ihn hat seine Agusta mittlerweile allerdings einen viel höheren Stellenwert, so dass er sehr froh über diesen Zufallsgriff ist.

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