Ein zeitloser Silberstern

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor – Thomas Gotzlers Mercedes 300SL ist ein Evergreen

Christiane Vogl 03.08.2020 | Stand 02.08.2020, 18:16 Uhr

Ein zeitloser Silberstern PNP stellt die schönsten Oldtimer vor – Thomas Gotzlers Mercedes 300SL ist ein Evergreen
Der verchromte Roadster begleitet Thomas Gotzler schon seit Jugendzeiten und war seither in guten Händen.
Er wirkt vor der Kulisse der Stallungen an der Rennbahn wie frisch vom Band. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Man kennt sie, die Baureihe R107 von Mercedes, die sich ab den 80ern zu einer regelrechten Ikone entwickelt hat. Prominenz und Geschäftsleute fuhren die luxuriösen Roadster und auch in Film und Fernsehen hatten die Zweisitzer einige Auftritte. Der Mercedes SL300, der 1985 auf den Markt kam, war hierbei nicht die "Neuauflage" des klassischen Flügeltürers aus den 50ern, der sich insbesondere im Rennsport einen Namen gemacht hat, sondern diente als Nachfolger des 280SL mit größerem Hubraum.

Alte Autos begleitenihn seit JugendzeitenSein Mercedes 300SL begleitet Thomas Gotzler, Vorstand der Rottaler Oldtimerfreunde, bereits seit Jugendzeiten: "Mein Vater hatte den Wagen damals gekauft und peinlichst genau auf ihn geachtet. Ich durfte ihn damals nie fahren, aber nur so ist er auch in diesem super Zustand geblieben", erzählt der 64-Jährige. Denn durch diese vorbildliche Fahrzeughaltung wirkt sein Wagen, trotz Baujahr 1988, fast wie frisch vom Band. Diesen auch weiterhin so gut zu pflegen sieht Gotzler daher auch als wichtige Aufgabe an. Und bei einem solch schicken Modell lohnt sich das auch: In der Sonne funkelt und strahlt der verchromte Roadster, als käme er frisch vom Band. Rote Lederbezüge auf den dick gepolsterten Sitzen und Teppiche im Fußraum veredeln den alten Silberstern. Das Cockpit wirkt mit dem großen Lenkrad und der Uhrensammlung luxuriös. Der Kofferraum ist mit weinrotem Samt ausgelegt.

Auch im Inneren hat der Zweisitzer einiges zu bieten: 180PS stark ist der sechszylinder-Motor, dessen Klang sich bei offenem Verdeck genießen lässt. Obwohl die Bezeichnung SL ursprünglich für "Sport" und "leicht" stand, kann davon bei diesem Modell nicht die Rede sein. Mit seinen über 1500 kg können auch trotz des starken Motors keine sportlichen Höchstleistungen erreicht werden. Doch das ist Thomas Gotzler auch nicht wichtig. Der Pfarrkirchner liebt seinen Oldie wegen der Entschleunigung. Es sei sein Ausgleich zum Alltag: "Es ist einfach entspannend und der Stress verschwindet. Mit einem Oldtimer muss man auch keine Höchstgeschwindigkeiten erreichen."

Mit seiner Begeisterung für Oldtimer ist Gotzler nicht alleine. Vor 20 Jahren gründete er gemeinsam mit Franz Sollinger und Udo Rosai die "Rottaler Oldtimerfreunde". Seitdem ist er 2. Vorstand und natürlich jedes Jahr auf der großen Ausstellung auf der Rennbahn vertreten, was ihm viel Freude bereitet. Übrigens nicht nur ihm, denn im Landkreis sind 1221 Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen zugelassen.

 

Ein seltenes Sammlerstück

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut

Christiane Vogl 17.08.2020 | Stand 16.08.2020, 17:53 Uhr

Ein seltenes Sammlerstück PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut
Vor der Kulisse des alten Herrenhauses auf der Pfarrkirchner Rennbahn: Jürgen Sperls seltene hellblaue
MV Agusta Pullman 125 ist nicht nur hinter der Glasvitrine ein echter Hingucker. −Fotos: Vogl

Pfarrkirchen. So mancher wird sie wohl schon des öfteren bewundert haben, als sie noch im Café Einstein in einer Vitrine unter dem Stammtisch stand und die Blicke der Gäste anzog: Jürgen Sperls hellblaue MV Agusta 125 Pullman. Ihre Heimat hat sie mittlerweile gewechselt, denn nun ziert sie in einer Glasvitrine das Vereinsheim der Rottaler Oldtimerfreunde, wo sie weiterhin ein wahrer Hingucker ist.

Restaurierungdauert jahrelangFür das 65 Jahre alte Motorrad begann die Reise nach Deutschland auf einem italienischen Schrottplatz, wo es von Sperls Vorbesitzer gerettet und nach Hamburg gebracht wurde. Dort entdeckte der Pfarrkirchner 2001 das Sammlerstück: "Ich habe sie nicht gezielt herausgesucht, es war eher ein Zufallsgriff", erzählt er. Auf bayrischen Boden angekommen ist die Maschine dann allerdings nicht im Ganzen, sondern verteilt auf mehrere Kisten. Fünf Jahre kostete es Sperl, die Einzelteile wieder zusammenzubauen und das Motorrad wieder auf zwei Reifen zu stellen. "Sie war wirklich sehr kaputt", erinnert sich Jürgen Sperl.

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Jürgen Sperls MV Agusta Pullman 125 wurde nur drei Jahre lang gebaut
Drei Jahre lang wurde dieses Modell lediglich hergestellt.

Doch für den gelernten Mechaniker war das eine Beschäftigung, der er gerne nachging. Gemeinsam mit seinem Sohn schraubt und bastelt er nämlich leidenschaftlich gerne. Daher ist er auch Mitglied der Rottaler Oldtimerfreunde, in deren Vereinsheim sein Prachtstück mittlerweile gut aufgehoben ist.

Allerdings war die Restauration nicht leicht, auch weil der 54-Jährige nicht allzu viele Informationen zur Hand hatte. Über ein Fachbuch fand er heraus, dass die Maschine lediglich drei Jahre lang, von 1953 bis 1956, hergestellt wurde und insgesamt nur 27000 Mal das Fließband verließ. "Ich gehe davon aus, dass in Deutschland gerade mal drei bis fünf Stück vorhanden sind", schätzt er.

Die Einzelteile seien schwer zu beschaffen gewesen und auch teuer, vor allem in Deutschland: "Beispielsweise hat das Motorrad 15-Zoll-Reifen, die es bei uns nicht gab. Hier erhält man lediglich 16-Zoll-Reifen", erklärt der gebürtige Oberbayer. So verlagerte er die Suche nach passenden Teilen, wie den Felgen, auf den italienischen Raum, wo er meist fündig wurde. Auch die passende Lackierung für das italienische Gefährt zu finden, sei nicht leicht gewesen. In seinem Buch entdeckte Sperl unter dem Schwarz-Weiß-Foto lediglich den Hinweis, dass die Maschine blau gewesen sei. Über ein im MV Agusta-Museum am Gardasee ausgestellten Roller, der den selben Rahmen besaß, erfuhr der 54-Jährige, dass seine Pullman ursprünglich in Hellblau erstrahlte.

Besonderes Gefallen hat der Pfarrkirchner an den kleinen Details und Einzelheiten seiner Maschine, bei denen es sich um die Originale handelt. Sogar die alte Fahrradpumpe ist dem sechs PS starken Gefährt erhalten geblieben. Dass es sich bei diesen nicht um Nachbildungen handelt, war dem 54-Jährigen sehr wichtig: "Entweder komplett original oder gleich rumbauen", lautete seine Devise. Mittlerweile würde Sperl seine Maschine nicht mehr aus der Hand geben, obwohl der materielle Wert sich in Grenzen hält. "Ich würde auf drei- bis fünftausend Euro schätzen, denn sie ist ein Sammlerstück, das nur für bestimmte Menschen von Interesse ist", so Sperl. Für ihn hat seine Agusta mittlerweile allerdings einen viel höheren Stellenwert, so dass er sehr froh über diesen Zufallsgriff ist.

Junge Leidenschaft für alte Mofas

Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −Fotos: Vogl
Die Sammlung des 17-Jährigen wächst stetig: Mit seiner DKW (links) fing alles an, dann folgte die blaue Bergsteiger (rechts) bis letztlich sein Herzstück die Schwalbe (2. von links) hinzukam. Sein Vater legte sich für gemeinsame Ausflüge eine goldene Habicht zu. −n. Betritt man die Garage der Familie Geiersberger, findet man sich in einem kleinen Museum wieder: Neben Spirituskochern, Röhrenradios oder einer alten Registrierkasse stechen sofort ein alter Fiat-Spider und ein Mercedes W108 ins Auge. Hier ist die Leidenschaft für alles Alte spürbar. Kein Wunder, dass auch Sohn Simon dieses Faible pflegt. Das Herz des 17-Jährigen schlägt für alte Mofas, die er hegt und pflegt.

Das "Raubtier" auf dem Feld

PNP stellt die schönsten Oldtimer vor: Willi Rotts "Panther" ist immer noch im Einsatz

Christiane Vogl 06.07.2020 | Stand 05.07.2020, 19:07 Uhr

Das
Vor dem Vereinsheim der Rottaler Oldtimerfreunde präsentiert Mitglied Willi Rott seinen himmelblauen "Panther",
der zur Raubtierserie des Traktorenherstellers Eicher gehört. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Was haben Panther, Tiger, Leopard und Puma mit der Landwirtschaft am Hut? Diese Frage werden sich vermutlich einige stellen, verbindet man diese Großkatzen nicht unbedingt mit landwirtschaftlichen Gefährten. Doch hierbei handelt es sich um die Raubtierserie des Traktoren-Herstellers Eicher, der bis zum Jahr 1970 rund 70000 dieser Gefährte vom Band laufen ließ.

Panther und Tiger waren Startschuss Einer dieser himmelblauen Traktoren ist im Besitz von Willi Rott, Mitglied der Rottaler Oldtimerfreunde. Sein Panther war das erste und zweitkleinste Schleppermodell dieser Serie und wurde in zwei Ausführungen gefertigt. Rotts Vehikel besitzt hat den stärkeren Zweizylinder-Motor mit 22 PS unter der Haube und wurde im Jahr 1966 gebaut.

Panther und Tiger waren der Startschuss für die berühmte Reihe des Traktorenherstellers, die unter Fans als "Blütezeit" Eichers gesehen wird. Der kleinere Panther hatte hier als einziger aller gebauten Eicher Traktoren einen Tragschlepper mit der Möglichkeit des Zwischenachsenanbaus und wurde ab Mai 1959 gefertigt. Dies geschah nicht ohne Grund, denn nach dem Krieg wuchsen die Ansprüche der Kunden. Man wollte mehr Leistung, mehr Einsatzmöglichkeiten. Auch mit den Namen ging man einen neuen Weg und gab den Modellen – anstelle von Leistungsbezeichnungen – eben diese markanten Namen.

Willi Rott kaufte seinen Panther einem Freund ab. Dieser entdeckte das himmelblaue Gefährt einst an einer Tankstelle in Malgersdorf und konnte den Oldtimer nicht stehenlassen. Nun ist er schon seit knapp 20 Jahren in Rotts Besitz, wo er sich mit einem anderen Modell dieser Raubtier-Serie in bester Gesellschaft befindet. Doch auch sein hohes Alter von 54 Jahren bewahrt den Panther nicht vor Arbeitseinsätzen. Diese sind sogar nötig, um Standschäden zu vermeiden. Willi Rott: "Es soll sich beispielsweise kein Kondenswasser bilden, deshalb muss man ihn öfters bewegen und auch mal einsetzen."

So ist der Traktor immer noch funktionstüchtig und mehrmals im Jahr mit der Holzkreissäge im Einsatz, um seinem Namen aller Ehre zu machen. Auch zur Freude von Willi Rotts Enkel, der gar nicht genug von dem landwirtschaftlichen Gefährt bekommen kann. "Er liebt den Panther. Deshalb soll ich ihn immer mitnehmen, sonst gibt er keine Ruhe", lacht Rott.

Doch nicht nur der Enkel bestaunt den himmelblauen Oldie gerne: Wenn Willi Rott mit seinem Gefährt auf Ausstellungen oder Treffen präsentiert, wird sein Panther immer wieder gerne bestaunt.

Wenn auch Sie einen besonderen Oldtimer haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns mehr über diesen erzählen. Melden Sie sich bitte in der Pfarrkirchner Lokalredaktion, entweder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter 08561/234922. Die Aktion führt die Heimatzeitung gemeinsam mit den Rottaler Oldtimerfreunden durch.

Christiane Vogl

Aus der Krise geboren, als Klassiker geblieben

Die schönsten Oldtimer im Landkreis: Udo Rosais Austin Mini 25 begleitet ihn seit der Hochzeit

Klein, aber oho: der Austin Mini

Christiane Vogl 11.06.2020 | Stand 10.06.2020, 21:20 Uhr

Udo Rosais Austin Mini 25
Stolz präsentiert Udo Rosai den Austin Mini 25, den er sich und seiner Frau vor 36 Jahren selbst zur Hochzeit "schenkte" und der seitdem ununterbrochen in seinem Besitz ist. −Foto: Vogl

Pfarrkirchen. Mit seinem markanten Kühlergrill, den großen, runden "Augen" und natürlich seiner kompakten Größe ist und bleibt der Mini unverwechselbar. Nachdem die Krise um den Suez-Kanal ausbrach und das Öl knapp wurde, sollte der kleine Brite 1959 ursprünglich als Sparauto für die Massen dienen – mittlerweile blickt er schon auf eine über 60-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Geburtstagsmodell nur 625 Mal gebaut Ganz so alt ist der Mini von Udo Rosai, Vorsitzender der Rottaler Oldtimer-Freunde, zwar noch nicht, dennoch begleitet er ihn bereits seit 36 Jahren. Er und seine Frau Christiana hatten sich ihren Austin Mini 25 zu ihrer Hochzeit im Jahr 1984 "geschenkt". Er erschien zum 25. Geburtstag des Mini und wurde lediglich 625 Mal gebaut. Seither befindet sich der kleine Flitzer im Besitz des Pfarrkirchners. "Vor seiner Auslieferung durch die Firma L&H Automobile in Frankfurt wurde der Mini noch zu einem Cabriolet umgebaut. Somit ist er eines von drei Modellen dieser Serie, die mit offenem Verdeck fahren", erzählt der 58-Jährige.

Adresse: Rottaler Oldtimerfreunde e.V. c/o Udo Rosai Gambacher Weg 13 D - 84347 Pfarrkirchen │ Telefon: 08561 3507 │ E-Mail: mail@rottaler-oldtimerfreunde.de │ Vereinsregister Nummer: 10729 - Amtsgericht Landshut

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